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Kosten und aktueller Stand der „Biosphären-Markt- und Manufakturenhalle“

Stadtrat

18 Sep.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Keck,


auf dem Gelände des ehemaligen Pflanzenbetriebs Hortense in Pfullingen entstand das „Biosphärenwarenhaus Schwäbische Alb“ welches am 12. Sept. 2026 eröffnet wurde. 
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die Verwaltung den aktuellen Stand und die weitere Perspektive des Vorhabens „Biosphären-Markt- und Manufakturenhalle Reutlingen“ bewertet. Zugleich ist von Interesse, welche öffentlichen Mittel seit Beginn der Planungen für das Reutlinger Vorhaben eingesetzt wurden und welche finanziellen Verpflichtungen daraus noch bestehen.

Die WiR-Fraktion stellt daher folgende Anfrage:

Die Verwaltung wird aufgefordert eine nachvollziehbare Aufstellung sämtlicher projektbezogener Kosten, die durch die Planungen für einen Biosphärenmarkt in Reutlingen vom Beginn der Planungen bis zum heutigen Stand des Projektes aufgewendet wurden darzustellen und zu beziffern?

Die Darstellung soll folgende Punkte umfassen:

1. Aktueller Stand und weitere Perspektive
Wie ist der aktuelle Stand des Vorhabens „Biosphären-Markt- und Manufakturenhalle Reutlingen“?
    • Wird das Vorhaben in der bisherigen Form weiterverfolgt?
    • Falls nicht: Welche Änderungen des Konzepts bzw. der weiteren Vorgehensweise sind vorgesehen?
    • Wie bewertet die Verwaltung die Auswirkungen des inzwischen eröffneten „Biosphärenwarenhauses Schwäbische Alb“ in Pfullingen auf die Zielsetzung, das Konzept und die weitere Entwicklung des Reutlinger Vorhabens?

2. Bisher entstandene Projektkosten
Welche Kosten sind der Stadt Reutlingen seit Beginn der Planungen für das Vorhaben entstanden?
Wir bitten um eine nachvollziehbare und prüffähige Aufstellung der bisher angefallenen projektbezogenen Kosten, getrennt nach:
    • internen Kosten, insbesondere Personal- und Verwaltungsaufwand, soweit dieser projektbezogen ermittelt werden kann;
    • externen Kosten, insbesondere für Beratungsleistungen, Konzepterstellung, Machbarkeitsstudien, Planungsleistungen, Veranstaltungen und sonstige beauftragte Dienstleistungen;
    • Miet-, Umbau- und sonstigen standortbezogenen Kosten;
    • weiteren projektbezogenen Ausgaben.

Dabei bitten wir insbesondere um die Darstellung der jeweiligen Aufträge bzw. Verträge und der hierfür tatsächlich angefallenen Kosten.

3. Finanzierung des Vorhabens
Wie wurden die bisher entstandenen Projektkosten finanziert?
Bitte getrennt ausweisen:
    • städtische Eigenmittel
    • erhaltene Fördermittel
    • sonstige Zuschüsse oder Finanzierungsbeiträge
    • jeweils beantragte, bewilligte und tatsächlich ausgezahlte Fördermittel bzw. Zuschüsse

4. Noch bestehende finanzielle Verpflichtungen und mögliche Folgekosten
Welche finanziellen Verpflichtungen bestehen im Zusammenhang mit dem Vorhaben derzeit noch?
Hierzu bitten wir insbesondere um Angaben zu:
    • bestehenden Miet- und sonstigen Vertragsverhältnissen
    • Kündigungs- bzw. Auflösungskosten
    • bereits beauftragten, aber noch nicht abgerechneten Leistungen
    • möglichen Rückforderungen von Fördermitteln oder Zuschüssen
    • sonstigen absehbaren Folgekosten bei einer Änderung oder Beendigung des bisherigen Vorhabens

5. Wesentliche Entscheidungs- und Planungsgrundlagen
Welche wesentlichen externen Leistungen und Planungsgrundlagen wurden für das Vorhaben in Auftrag gegeben bzw. erstellt?
Wir bitten insbesondere um eine Aufstellung der Kosten für:
    • Konzeptentwicklung
    • Machbarkeitsstudie
    • externe Beratungsleistungen
    • Standortprüfungen
    • weitere wesentliche externe Planungs- und Beratungsleistungen

6. Kenntnis der Verwaltung vom Vorhaben in Pfullingen
Seit wann war der Verwaltung das Vorhaben „Biosphärenwarenhaus Schwäbische Alb“ in Pfullingen bekannt?
Wir bitten dabei insbesondere um Angaben dazu,
    • wann die Verwaltung erstmals von dem Vorhaben Kenntnis erlangte;
    • wann sie über die konkrete Planung informiert wurde;
    • wann ihr der konkrete Standort bekannt war;
    • wann ihr der geplante Eröffnungstermin bekannt war;
    • ob und zu welchen Zeitpunkten das Vorhaben in Pfullingen bei den weiteren Planungen der Stadt Reutlingen berücksichtigt wurde.

Begründung:

Die Stadt Reutlingen verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel einen Biosphären-Markt- und Manufakturenhalle im Stadtgebiet zu etablieren. Das Projekt sollte als Teil der „Biosphärenstadt Reutlingen“ regionale Produkte und Handwerk in die Innenstadt bringen, Besucherfrequenzen erhöhen und regionale Wertschöpfungsketten stärken.
Dieses Projekt wurde durch das Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ finanziell gefördert.

Auf der Webseite der Stadt Reutlingen wird bis heute folgendes vermerkt:
Die Gründung einer Biosphären-Markt- und Manufakturenhalle ist ein Leitprojekt, das in der Lage ist, sowohl die Zielsetzungen des Leitbildes und der Handlungsstrategie Biosphären-Innenstadt RT greifbar und erlebbar zu machen als auch mit seinen Angeboten und Erlebniswerten die Besucherfrequenzen in der Innenstadt zu erhöhen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken.
Das Konzept wurde vom PRAGMA Institut erarbeitet, welches als Grundlage für den Umbau der Biosphären-Markt- und Manufakturenhalle dient.
Die Bürgerinnen und Bürger wurden eingeladen, im Rahmen des Innenstadtdialogs im März 2023, weitere Ideen einzubringen.
Aufgrund einer durchgeführten Machbarkeitsstudie wurde die Fläche im Erdgeschoss des Gebäudes in der Metzgerstraße 59 angemietet. Durch einen weiteren zentralen Leerstand, der Breuninger-Immobilie, der sich Ende 2024 ergeben hat, wurde die Standortprüfung erweitert.
Die Organisation und der Betrieb der Biosphären-Markt- und Manufakturenhalle soll in der Trägerschaft einer Bürger-Genossenschaft übernommen werden.
Die Genossenschaft in Gründung ist bereits auf der Suche und in konkreten Verhandlungen mit potentiellen Manufaktur-Betrieben.

Durch die Eröffnung des „Biosphärenwarenhaus Schwäbische Alb“ in Pfullingen am 12. Sept. 2026 wurde in unmittelbarer räumlicher Nähe ein Projekt entwickelt, das inhaltliche Überschneidungen mit den Zielsetzungen des Reutlinger Vorhabens aufweist.

Vor diesem Hintergrund besteht aus Sicht der WiR-Fraktion Klärungsbedarf hinsichtlich des aktuellen Stands, der weiteren Perspektive und der bisher eingesetzten öffentlichen Mittel. Insbesondere soll nachvollziehbar werden, welche Kosten für das bereits weit entwickelte Vorhaben entstanden sind, welche finanziellen Verpflichtungen noch bestehen und wie die Verwaltung die weitere Sinnhaftigkeit und Ausgestaltung des Projekts vor dem Hintergrund der Entwicklung in Pfullingen bewertet.

Mit freundlichen Grüßen 

Für die WiR-Fraktion

Prof. Dr. Jürgen Straub (Fraktionsvorsitzender)  Marco Wolz Sven Lange


Weitere Informationen unter:
https://www.innenstadtprogramm.bund.de/SharedDocs/textbaustein/Webs/ZIZ/DE/projekte/Reutlingen.html

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